Was ist artworks 24 ?
artworks 24 wurde vom ehemaligen Galeristen Roland Aphold gegründet, damit Kunstsammler, Künstler und Kunstvermittler zeitgenössische Kunst zu äusserst günstigen Bedingungen (Provisionsfrei) online präsentieren und anbieten können.
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Kunstinteressierte finden hier eine grosse Auswahl an Bildern, Skulpturen, Grafiken und Objekten der zeitgenössischen Kunst. Ideal für alle, die über Ausstellungen hinaus Neues finden möchten. Stöbern Sie bequem von zu Hause oder vom Büro aus und entdecken Sie neue Künstler und Werke.
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Bild der Woche - Michael Utz
"Grosse Welle" - Fotografie, 45 x 60 cm, € 650,-
Selig, ruhig und majestätisch
Ruht der Fudschijama im Hintergrund.
Aufbäumend, gewaltig und zerstörerisch
Bringt die große Welle den Ausnahmezustand.
Vulkan als Körper, Welle als Emotion.
Innehalten oder Rebellion?
In bedrohlicher Schönheit siegt das Gleichgewicht
Von Harmonie durchdrungen, Schicht für Schicht.
Die „Große Welle“ des Karlsruher Fotodesigners Michael Utz erinnert an den berühmten Farbholzschnitt „Unter der Welle im Meer von Kanagawa“ des japanischen Künstlers
Katsushika Hokusai. Das Element Wasser nimmt im Oeuvre von Michael Utz einen ganz besonderen Stellenwert ein: „Bilder vom Meer, Bilder vom Wasser, für mich ein unerschöpfliches und das privateste fotografische Thema. Nichts schult meinen Blick so sehr wie das Schauen am Meer.“
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08. 05 2013:
Interview mit Monica Hansebakken
„Der Berg ruft.“, wenn MONICA HANSEBAKKEN zu Pinsel und Konturenmesser greift. Eine Faszination, die sie seit ihrer Kindheit begleitet. Dass neuerdings aber auch Wasserspiegelungen zu ihren künstlerischen Inspirationsquellen gehören, das erzählt die in Norwergen geborene und in Frankfurt a.M. lebende Künstlerin hier...
artworks24.com: Aus der Kleinstadt Etnedal in Norwegen bist Du über Stationen in Lillehammer, Oslo und London in der Mainmetropole Frankfurt a.M. gelandet.
War die Konfrontation mit dem Leben in der Großstadt am Anfang für Dich eine Art Kulturshock? Positiv wie negativ?
Und bietet Dir Deine Kunst eine Art Rückzugsort und Besinnung auf Deine Wurzeln?
Monica Hansebakken: Soweit ich mich erinnere, habe ich nie unter einem “Kulturschock” gelitten. Mir hat es wahrscheinlich geholfen, dass ich durch meine Ausbildung schrittweise in größere Städte gezogen bin. Ich denke, dass ich aber schon ein bisschen eingeschüchtert gewesen wäre, wenn ich direkt von meinem kleinen Dorf mit rund 1500 Einwohnern nach London mit ungefähr 8 Millionen umgezogen wäre. Aber ich glaube auch, dass meine Kunst für mich immer eine Unterstützung gewesen ist, und mir das in Zeiten von persönlicher und äußerer Veränderung geholfen hat.
Meine Kunst ist für mich immer ein Anker gewesen, und durch mein Thema spricht sie auch meine Wurzeln an. Deswegen spreche ich auch über meine Arbeiten als eine Form innerer Landschaften oder Selbstportraits.
artworks24.com: Brasilianer nennen es "saudade". Ein sehr eigenwilliges Gefühl von Nostalgie und Sehnsucht. Trotz seiner Melancholie auch durch positiv zu sehen.
Sind Deine Bilder Ausdruck von Deiner "saudade" nach Norwegen?
Monika Hansebakken: Man kann das so sagen. In Norwegen ist Melancholie nichts Negatives oder Trauriges, sie hat etwas Schönes in sich. Man findet sie oft in der Skandinavischen Kunst und Musik wieder, vielleicht wegen der Nähe zur Natur, die man in unserer Kultur findet. Es ist eine Sehnsucht, die ich für die Natur und besonders das norwegische Hochgebirge empfinde, ein Gefühl von Zugehörigkeit und Ruhe. Diese Landschaften sind für mich, wie ich es schon erwähnt habe, wie innere Landschaften oder Selbstportraits. Sie sind nicht nur extern, sondern auch intern. Sie sind ein Teil von mir geworden.
artworks24.com: Winter. Ich bin kein besonderer Fan davon, und kann es kaum erwarten, dass Krokusse und Schneeglöckchen sprießen und die japanischen Kirschbäume blühen.
In Deiner Kunst ist der schneebedeckte Berg nicht wegzudenken.
Dennoch schwingt durch die oft kühle, aber pastellige Farbgebung immer ein bisschen Frühling mit.
Löst die Auseinandersetzung mit der verschneiten Bergwelt in Deinem Herzen Frühlingsgefühle aus?
Monica Hansebakken: Der schneebedeckte Berg bringt für mich Assoziationen von Ruhe und Geborgenheit. Ein Ruhe, die ich schwer finde in unserem hektischen und schnelllebigen Alltag. Vor allem die Winterlandschaften sind für mich starke, meditative Landschaften.
artworks24.com: Der Berg ruft. Jeti. Trolle und Elfen. Inwieweit glaubst Du an die Mythen der Bergwelt?
Gibt es vielleicht eine Legende, die Dich inspiriert?
(Wie bei uns z.B. der sagenumworbene Brocken am Harz, auch Blocksberg genannt, um den die Hexen in der Walpurgisnacht reiten)
Monica Hansebakken: Ich bin mit der Natur und diesen Mythen aufgewachsen, aber ich bin zu rational, um an sie zu glauben. Ich habe auch nie an den Weihnachsmann oder den Osterhasen geglaubt... Diese Mythen waren ein Weg und ein Erklärungsversuch, wie die Natur funktioniert. Für all das, das wir damals nicht erklären oder kontrollieren konnten. Für mich hat die Natur zwei Seiten. Die eine kann man rational und wissenschaftlich erklären. Die andere ist die, bei der meine Imagination und Gefühle einsetzen. Wenn man weit weg aus den Städten geht, dorthin wo es keine Häuser, keine Autos, keine Straßenlaternen mehr gibt, dann nehmen oft die Gefühle überhand, und es würde einen nicht wundern, wenn etwas Mythisches erscheint ... In meinen Arbeiten sieht man auch diese Ambivalenz zwischen Rationalität und intuitiver Gefühlswelt.
artworks24.com: Du bist in einem Naturparadies und mit der Natur groß geworden.
Wenn man Dich auf Facebook sucht, dann findet man ein Foto von Dir in Wanderkluft.
Hast Du alle Berge, die Du malst, auch selbst besucht?
Oder arbeitest Du auch nach Vorlagen und Fotografien?
Gibt es DEN BERG, den Du unbedingt einmal bezwingen willst - sportlich wie künstlerisch?
Monica Hansebakken: Leider habe ich wenige von meinen Bergen besucht. Ich arbeite lieber mit Fotos, es gibt mir die nötige Distanz, etwas Eigenständiges aus dem Motiv zu machen. Ich kann auch nicht jeden Berg malen. Er muss einen bestimmten Charakter haben, in seiner Form, den Linien, die in mir eine Resonanz erzeugen. So verbringe ich viel Zeit, das richtige Motiv zu finden. Und, was ich gerne habe, verändert sich auch jedes Jahr.
Bei meinen Reisen und Wanderungen habe ich immer meine Kamera dabei, aber es ist schwierig, das richtige Foto zu bekommen. Vor zwei Jahren bin ich zwei Wochen durch Jotunheimen in Norwegen gewandert. Wunderschön, aber meistens waren die Bergspitzen mit Wolken und Nebel umhüllt.
artworks24.com: Eine Frage zu Deiner Technik: Du kombinierst in Deinen Bildern Malerei mit Schnitzerei.
Wo hast Du diese Technik gelernt?
Ist sie auch typisch für Deine Heimat?
Monica Hansebakken: Ich habe eine sehr breite Kunstausbildung genossen und über die Jahre mit vielen unterschiedlichen Techniken gearbeitet. Durch meinen B.F.A und M.F.A war mein Fokus Fotografie, Skulptur und die Kombination von unterschiedlichen Techniken und Materialien. Als ich 2004 diese Serie entwickelte, wollte ich Malerei und Skulptur kombinieren. Mein Hintergrund aus dem skulpturellen Bereich hat diese Serie sehr beeinflusst. Was mich interessiert, sind die Form und die Linien, die das Motiv aufbauen. Und nicht die krampfhafte Suche nach einer bestimmten Stimmung oder einem bestimmten Gefühl, die es zu übermitteln gilt. Es ist vielmehr eine meditative Beobachtung, die in mir wächst, und die Ideen, die dadurch entstehen. Ich möchte den Beobachter einladen, in meinen Arbeiten den gleichen Prozess mitzuerleben und möchte sehen, was dadurch ausgelöst wird. Die Ornamente sind die physischen Überbleibsel, die auf meinen künstlerischen und persönlichen Wurzeln basieren.
artworks24.com: Du hast an sehr renommierten Kunstakademien studiert.
Inwieweit fließt Dein Studium in Deine Arbeiten ein?
Gibt es einen Professor oder auch einen Künstler, der Dich besonders inspiriert?
Und - das ist jetzt nicht ganz ernstzunehmen: Geht es immer noch rum in Stoke-On-Trent, das "Take That"-Fieber?
Monica Hansebakken: Ich glaube, das Wichtigste, was ich aus meinen Studien mitgenommen habe, ist das selbständige Arbeiten. Ich hatte immer Glück, dass meine Professoren diese Selbständigkeit unterstützt und gefördert haben.
Es gibt viele Künstler, die ich mag und schätze, aber für mich ganz besonders sind: Tony Cragg und Richard Deacon.
Ich bin nie ein Bewunderer von Take That gewesen, und meine Freunde in England auch nicht. Wir haben uns lieber Musik von Morcheeba, Portishead, Placebo und PJ Harvey angehört. So habe ich glücklicherweise diesen Hype nicht mitbekommen.
artworks24.com: Ich nehme jetzt einfach mal etwas - ganz frech und ein bisschen banal - vorweg: Deine Kunst ohne Berg geht nicht. Das wäre wie Suppe ohne Salz.
Dennoch habe ich z.B. in Deinem Bild "Rhonda" gesehen, dass es auch "ohne Schnee" geht. Denn wenn ich mich nicht täusche, liegt der Ronda in der Provinz Malaga,und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es dort - wenn überhaupt - schneit.
Wie sehen also Deine zukünftigen, künstlerischen Projekte und Ambitionen aus?
Kannst Du Dir auch vorstellen, z.B. mal etwas ganz anderes wie z.B. Meereslandschaften oder Sanddünen zu malen?
Monica Hansebakken: Für mich persönlich geht es auch nicht ohne Berge. Aber wie die Arbeit “Rhonda” gibt es auch immer wieder kleine Serien von Arbeiten mit anderen Motiven. Diese Arbeiten basieren oft auf meinen eigenen Fotos von meinen Reisen. Die Impulse von diesen Arbeiten sind auch sehr wichtig für die weitere Entwicklung von meinen “Bergwelten”.
Wie die Serie von 2005 von der Steilküste der Bretagne in Frankreich mit sehr leuchtenden Farben von Meer und Klippen. Oder im Jahr 2009 habe ich eine Serie gemacht, basierend auf Wäldern. Diese Serie war viel abstrakter und war sehr wichtig für die Weiterentwicklung von meinen Bergen. Denn man kann sehen, dass sie danach viel abstrakter geworden sind. Auch 2010 habe ich eine kleine Serie von Arbeiten gemacht, basierend auf Landschaften in Ägypten entlang des Nils, mit Palmen, Bergen und Wüste.
Momentan arbeite ich an einem ganz neuen Projekt. Das Thema sind Wasserspiegelungen, und wie sie sich Moment für Moment verändern. Technisch wird es mehr skulpturell, und es wird auch durch große Kohlezeichnungen unterstützt.
artworks24.com: Du lebst ja in Frankfurt, das wie vielleicht keine andere Stadt in Deutschland Moderne und Tradition verbindet. Das Bankenzentrum rühmt sich gerne das Manhattan Deutschlands zu sein, wo das Geld regiert. Die Altstadt, das Rathaus Am Römer und Goethes Geburtshaus am Grossen Hirschgraben repräsentieren die Wiege der deutschen Kultur als Land der Dichter und Denker.
Wie wirkt sich dieser Gegensatz auf die lokale Künstlerszene aus?
Wie auf das Kunstpublikum?
Monica Hansebakken: Die Kunstszene in Frankfurt ist für eine so kleine Stadt recht groß, und sie ist auch so vielseitig wie das Publikum. Sie ist sehr international, und die Hintergründe sind oft in der Kunst zu sehen. Von traditionell bis konzeptuell und all die unterschiedlichen Stufen dazwischen.
artworks24.com: Falls es jetzt zu privat wird, einfach überhören. Aber junge Künstler und Künstlerinnen zieht es normalerweise in die Hauptstadt Berlin. Oder auch noch nach Hamburg, München oder Köln.
Wie bist Du in Frankfurt gelandet?
Hat es Dir der Taunus angetan? Die Frankfurter Buchmesse?
Oder bist Du einfach ein totaler Fan von Handkäs’ mit Musik (das hat ja was von einer zünftigen Berghüttenjause) und Äppelwoi?
Monica Hansebakken: Ich bin 2003 von London nach Frankfurt gezogen und wie viele Leute wegen der Liebe. Im Laufe der Zeit ist mir Frankfurt ans Herz gewachsen. Die Stadt hat viele schöne Ecken - wie gesagt Apfelwein und Handkäs’ – sowie den Taunus, wenn man ein bisschen Natur braucht. Für einen international tätigen Künstler ist Frankfurt auch sehr praktisch, denn die Stadt liegt mitten in Deutschland, und so ist es einfach, Transporte quer durch Deutschland und ins Ausland zu organisieren.
Das Interview führte Annegriet C. Spörndle
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