Francis Bacon

 

Francis Bacon war ein in Irland geborener britischer Maler. Francis Bacon gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen Malern des 20. Jahrhunderts. In seinen Werken setzte er sich vornehmlich mit der Darstellung des deformierten menschlichen Körpers in eng konstruierten Räumen auseinander. Besonders bekannt ist Bacon für seine Papstbilder, Kreuzigungsdarstellungen und Porträts seiner engsten Freunde. Seine ungeschönten Figuren und gewagten Darstellungen sind oftmals grotesk und emotionsgeladen. Bacon sprach oft davon, dass er „in Serien“ dachte, wobei er sich normalerweise über einen längeren Zeitraum hinweg auf ein einziges Subjekt konzentrierte und dieses häufig in Form eines Triptychons oder Diptychons ausführte. Seine Arbeiten können gemeinhin als eine Sequenz oder Variation eines einzelnen Motivs beschrieben werden.
Quelle: Wikipedia

 
BIOGRAFIE

1909geboren in Dublin als Sohn von Captain Anthony Edward Mortimer Bacon und dessen Ehefrau Christina Winifred Firth

1924–1926Schulbesuch in Cheltenham

1927 - 1928übersiedelte Bacon für drei Monate nach Chantilly und Paris, wo er sich erstmals mit der zeitgenössischen französischen Kunst beschäftigte.
Erste Kontakte mit Werken von Fernand Léger, Max Ernst, Giorgio de Chirico und vor allem Pablo Picasso, dessen Gemälde aus den späten 1920er und frühen 1930er Jahre er ungemein schätzte.

1928 – 1929Rückkehr nach London. Bacon entwarf Möbel und begann autodidaktisch zu malen.

1930Bacon arbeitete (erfolglos) als Innen- und Möbeldesigner, wobei er sich in seinen Entwürfen an Le Corbusier und Eileen Gray orientierte. „The Studio“ widmete den Möbeln von Francis Bacon eine Doppelseite. In dieser Phase beschäftigte er sich intensiv mit Fragen zum Raum, was in seiner späteren Malerei wichtig wurde.

1932traf er den Geschäftsmann Eric Walter Hall, der für mehr als zehn Jahre Bacons Förderer und Freund wurde. In dessen Gesellschaft erlernte Francis Bacon Lebenskultur und Stil.

1933Francis Bacon malte mit „Crucifixion“ ein erstes eigenständiges Werk, das Herbert Read in seinem Buch „Art Now. An Introduction so the Theory of Modern Painting and Sculpture“ neben Picassos „Badenden“ abbildete. Das in der Mayor Gallery präsentierte Bild erwarb der Sammler Michael Sadler. Francis Bacon ließ sich zunächst in einem unkonventionellen Wohnarrangement zusammen mit seinem ehemaligen Kindermädchen Jessie Lightfoot in Chelsea nieder.

1934organisierte er sich selbst eine Ausstellung in der Wohnung eines Freundes, die keinen Erfolg brachte. Verzweifelt über diese fehlende Anerkennung brach bei Francis Bacon die Spielsucht gänzlich aus. Auf Reisen in Europa arbeitete er auch zeitweilig als Croupier.

1935erwarb er in Paris das Buch „Diseases oft he Mouth“, dessen Abbildungen für seine späteren Gemälde wichtig wurden.

1936Herbert Read und Roland Penrose lehnten Francis Bacons Gemälde für die „International Surrealist Exhibition“ in London ab, da sie sie als zu wenig surrealistisch hielten.

1937Seine Teilnahme an der Ausstellung „Young British Painters“ brachte wieder nicht den erwünschten Erfolg, weshalb Francis Bacon bis 1944 nur noch wenig malte.

1939Während des Zweiten Weltkriegs wurde er aufgrund seines chronischen Asthmas vom Kriegsdienst befreit, diente aber beim Zivilschutz in England.

1940Tod des Vaters. Nachdem Eric Walter Hall ein Landhaus bei Petersfield in Hampshire gemietet hatte, begann Francis Bacon wieder vermehrt zu malen.

1943Ende des Jahres kehrte das Paar wieder nach London zurück, wo es im ehemaligen und nun kriegsbeschädigten Haus des präraffaelitischen Malers John Everett Millais einzog.

1944Francis Bacon vollendete mit „Three Studies for Figures at the Base of a Crucifixion“ sein erstes aufsehenerregendes Werk.

1945Mit „Three Studies for Figures at the Base of a Crucifixion“, das in der Lefevre Gallery gezeigt wurde, gelang Francis Bacon der Durchbruch als Maler. Eric Hall kaufte das Gemälde und schenkte es 1953 der Tate Gallery. Aus den Jahren zwischen 1929 und 1944 ließ Francis Bacon nur 17 Gemälde gelten. Die anderen zerstörte er. Freundete sich mit Lucian Freud an.

1946Teilnahme an einer Gruppenausstellung in der Lefevre Gallery. Seine Gemälde „Figure Study I“ und „Figure Study II“ wurden von der Contemporary Art Society erworben. Malte „Painting 1946“, das auf der „Exposition internationale d’art moderne“ im Musée national d’Art moderne in Paris ausgestellt wurde. Erica Brausen, die Direktorin der Hanover Gallery kaufte es an, stellte es im Musée d’art moderne in Paris aus und gab es 1948 an das Museum of Modern Art in New York weiter.

1946 – 1948 Lebte hauptsächlich in Monte Carlo, wo er sich seiner Spielsucht hingeben konnte. Die Arbeiten aus diesen Jahren vernichtete der Maler. Die einzige Erkenntnis von bleibenden Wert dürfte gewesen sein, dass Bacon die ungrundierte Rückseite der Leinwände als Malfläche entdeckte. Lernte Isabel Rawsthorne, die ehemalige Geliebte von Alberto Giacometti, kennen. Über Rawsthorne kam Francis Bacon in Kontakt mit den Theorien des Existenzialismus. Begann eine Serie von Kopf-Bildern, in der er sich in „Head VI“ erstmals mit dem Diego Velázquez‘ „Porträt von Innozenz X“ beschäftigte und er sich auch die für ihn charakteristischen offenen Rahmenstrukturen erarbeitete.

1948Rückkehr nach London.

1949Bacon stellte „Head I“ bis „Head VI“ in der Hannover Gallery aus, mit „Head VI“ paraphrasierte er erstmals das Porträt von Papst Innozenz X. von Diego Vélazquez. Die Kritik war gespalten zwischen Spott und Euphorie. Bis ins Jahr 1958 vertrat Erica Brausen Francis Bacon.

1950Im Herbst 1950 lehrt Bacon als Vertretung einige Wochen am Royal College of Art in London.

1951Erste Reise nach Südafrika, wohin seine Mutter und seine Schwester nach dem Tod des Vaters übersiedelt waren.
In diesem Jahrzehnt wurde Francis Bacon ein international anerkannter zeitgenössischer Künstler.

1952Neuerliche Reise nach Südafrika und Kenia. Lernte den Versuchspiloten und Barpianisten Peter Lacy kennen, mit dem Bacon eine Liebesbeziehung einging, die von 1952 bis 1957 dauerte. Reisen nach Rom und Tanger.

1953Erste Einzelausstellung in den USA in der Galerie Durlacher Bros. in New York. Damit war Francis Bacon der amerikanische Markt eröffnet. Bacon beschäftigte sich in Werken wie „Study of a Nude“ vertieft mit der Aktdarstellung.

1954Erste Teilnahme auf der Biennale von Venedig, wo er sich den britischen Pavillon mit Ben Nicholson und Lucian Freud teilte. Wollte in Rom NICHT Velázquez‘ „Porträt von Innozenz X“ sehen. Erste Retrospektive Bacons im Londoner Institute of Contemporary Arts.

1956Zog für sechs Jahre in die Wohnung des Anwalts Paul Danquah und dessen Lebenspartner Peter Pollock in London. Erste Ausstellung im Museum of Modern Art in New York.

1957Erste Einzelausstellung in Paris in der „Galerie Rive Droite“. Da Peter Lacy nach Tanger (Marokko) übersiedelt war, verbrachte Francis Bacon dort immer wieder längere Aufenthalte. Kam mit der Beat Generation in Berührung (William S. Burroughs; Paul Bowles, Ahmed Yacoubi). Präsentierte in der Hanover Gallery Gemälde nach Vincent van Gogh, in denen Bacon von den dunklen Tönen zu leuchtenden Farben wechselte.

1958Wechselte von Hanover Gallery zu Marlborough Fine Art Gallery, weil sie seine Spielschulden bezahlten und ihm größere Ausstellungen versprach. Im Gegenzug verpflichtete sich Francis Bacon weniger Gemälde zu zerstören.

1961Umzug nach London, 7 Reece Mews in South Kensington, wo er sich über einem ehemaligen Stall ein Atelier einrichtete, wo Francis Bacon bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Retrospektive an der Nottingham University.

1962Erste Retrospektive in der Tate Gallery, London, für die er „Three Studies for a Crucifixion“. Am Eröffnungsabend erfuhr Bacon vom Tod Peters Laceys in Tanger. Malte „Landscape near Malabata, Tangier“ . Das Solomon R. Guggenheim Museum erwarb „Three Studies for a Crucifixion“. Über Isabel lernte Francis Bacon Alberto Giacometti kennen.

1963Im Oktober lernte Francis Bacon George Dyer kennen, als dieser in die Wohnung des Malers einbrach. Die beiden wurden ein Liebespaar, wobei Francis Bacon nun erstmals die ältere sowie dominante Person war.

1965Anlässlich einer Giacometti-Retrospektive in London lernte Francis Bacon Michel Leiris kennen, mit dem ihm eine jahrelange Freundschaft verband. Schloss auch Freundschaft mit Peter Beard.

1967Bacon erhielt in diesem Jahr zwei Preise: den Carnegie Award in Painting der International Exhibition in Pittsburgh, den er zurückwies, und den Rubenspreis der Stadt Siegen, dessen Preisgeld er der von einem Hochwasser betroffenen Stadt Florenz überließ. Malte „Triptych“.

1968„Portrait of George Dyer in a Mirror“. Reiste im November mit seinem Freund Dyer erstmals nach New York, um an der ersten Ausstellung in der Marlborough Gallery in New York dabei zu sein. Alle seine Werke wurden verkauft.

1970„Triptych – Studies from the Human Body“ und „Three Studies oft he Male Black“. Der Kontakt zu seinem Liebhaber lockerte sich, als dieser immer mehr dem Alkohol verfiel und einen eigenen Kreis an Günstlingen um sich scharte.

1971Tod der Mutter in Südafrika
Im Oktober eröffnete eine Retrospektive acons im Grand Palais, Paris (1971/72), die von einer Monografie von John Russell begleitet wurde. Zwei Tage vor der Eröffnung brachte sich George Dyer mit einer Überdosis an Schlafmitteln im gemeinsamen Hotelzimmer um. „Memory of George Dyer“ (1971) und „Triptych August 1972“ (1972).

1974Francis Bacon lernte den um 40 Jahre jüngeren John Edwards kennen, der sein Modell, sein Freund und sein Fotograf wurde.

1981Tod seiner Schwester Winifred

1992Am 28. April 1992 starb Francis Bacon an einem Herzinfarkt im Krankenhaus in Madrid. John Edwards wurde der Erbe des Malers. Bacons enges, chaotisches, aber berühmtes Atelier in den Reece Mews in South Kensington, London, wurde unter Anwendung archäologischer Methoden in seine Geburtsstadt Dublin in die Dublin City Gallery The Hugh Lane transferiert.

Textausschnitte von Alexandra Matzner ARTinWORDS

 
AUSSTELLUNGEN

2009 – 2010Dublin, Dublin City Gallery, The Hugh Lane, "Francis Bacon: A Terrible Beauty" (solo)

2008 – 2009London, Tate Britain,"Francis Bacon," Traveling Exhibition (solo)

2008Kontellationem III, Stadel Museum, Frankfurt/Main
Modern Prints - Klassische Moderne bis Pop Art, Galerie Proarata, Zurich

2006 – 2007"Francis Bacon - The Violence of the Real" K20 Kunstsammlung Nordhein Westfalen, Düsseldorf, Germany

2006"Bienal del Aire," Museo de Arte Contemporáneo de Caracas Sofía Imber (MACCSI), Caracas
"Summer Exhibition," Marlborough Fine Art (London) Ltd, London, UK
"Mirada múltiple," Museo de Bellas Artes de Bilbao, Bilbao
"Francis Bacon," Gagosian Gallery, London, UK

2005"Francis Bacon: Die Portraits," Hamburger Kunsthalle, Hamburg
"De Picasso a Basquiat," Musée Maillol, Fondation Dina Vierny, Paris
"Celebración del arte: Medio siglo de la Fundación Juan March," Fundación Juan March, Madrid
"Summer Exhibition 2005," Stedelijk Museum Amsterdam
"Francis Bacon: Studying Form" Faggionato Fine Art, London, UK

2004"What´s modern?" Gagosian Gallery, New York, NY
"Hidden Histories," The New Art Gallery Walsall, Walsall, West Midlands, UK
"Modern Means: Continuity and Change in Art from 1880 to the Present," Mori Art Museum, Tokyo
"Francis Bacon: Le Sacré et le Profane," Musée Maillol, Fondation Dina Vierny, Paris

2003Vienna, Kunsthistoriches Museum. This exhibition is travelled to: Basle, Fondation Beyeler
2003
Valencia, Institut Valencia d’Art Modern
2003
Oporto, Museu de Arte Contemporanea, Museu Serralves

2002"Francis Bacon: Last Paintings" Faggionato Fine Art, London, UK
New York, Tony Shafrazi Gallery
Arles, Fondation Vincent Van Gogh-Arles
New York, Marlborough Gallery

2001Holland, Gemeentemuseum Den Haag
Dublin, Hugh Lane Municipal Gallery of Modern Art

2000Dublin, Hugh Lane Municipal Gallery of Modern Art

1999San Diego, Museum of Contemporary Art
New Haven, The Yale Centre for British art. This Exhibition later travelled to: Minneapolis, The Minneapolis Institute of Arts; San Francisco, Museum of Modern Art; Fort Worth, Museum of Modern Art
London, Tate Gallery, (Works on Paper)
London, Faggionato Fine Arts
Paris, Galerie Lelong

1998Denmark, Humlebaek, Louisiana Museum
London, Hayward Gallery
New York, Tony Shafrazi Gallery

1996Paris, Centre G Pompidou, MNAM. This exhibition later travelled to: Munich, Haus der Kunst

1993New York, Marlborough Gallery
Lugano, Museo d’Arte Moderna
Venice, Museo Correr, XLV Biennale di Venezia
London, Marlborough Fine Art

1992Madrid, Galeria Marlborough

1990New York, Marlborough Fine Art
Liverpool, Tate Gallery

1989Paris, Galerie Lelong
London, Marlborough Fine Art
Washington, Hirshhorn Museum. This exhibition later travelled to: Los Angeles, County Museum; New York, MOMA

1988Moscow, New Tretyakov, Central House of Artists
Tokyo, Marlborough Fine Art

1987New York, Marlborough Gallery
Basle, Galerie Beyeler
Paris, Galerie Lelong

1985London, Marlborough Fine Art
London, Tate Gallery. This exhibition later travelled to: Stuttgart, Staatsgalerie; Berlin, Nationalgalerie

1984Paris, Galerie Maeght- Lelong
New York, Marlborough Gallery
London, Thomas Gibson Gallery

1983London, Marlborough Fine Art
Tokyo, National Museum of Modern Art. This exhibition later travelled to: Kyoto, National Museum of Modern Art; Nagoya, Aichi Prefectural Art Gallery

1980Mannheim, Stadtische Kunsthalle
New York, Marlborough Gallery

1978Madrid, Fundacion Juan March. This exhibition later travelled to: Barcelona, Fundacio Joan Miro

1977Paris, Galerie Claude Bernard
Mexico, Museo de Arte Moderno. This exhibition later travelled to: Caracas, Museo de Arte Contemporaneo

1976Marseilles, Musee Cantini

1975New York, Metropolitan Museum of Art
Zurich, Marlborough Galerie

1972Milan, Galleria del Milione

1971Paris, Galeries Nationales du Grand Palais. This exhibition later travelled to: Dusseldorf, Stadische Kunsthalle

1970Turin, Galleria Galatea

1968New York, Marlborough Gerson Gallery

1966Milan, Galleria Toninelli Arte Moderna
Paris, Galerie Maeght. This exhibition later travelled to: Rome, Marlborough Galleria d’arte; London, Marlborough Fine Art; Siegen, Oberes Schloss

1965Hamburg, Hamburger Kunstverein. This exhibition later travelled to: Stockholm, Moderna Museet; Dublin, Municipal Gallery of Modern Art; London, Marlborough Fine Art

1964Houston, Contemporary Arts Association

1963London, Marlborough Fine Art
New York, Granville Gallery
New York, Solomon R Guggenheim Museum. This exhibition later travelled to: Chicago, The Art Institute

1962London, The Tate Gallery. This exhibition later travelled to: Mannheim, Kunsthalle; Turin, Galleria Civica d’Arte Moderna; Zurich, Kunsthaus; Amsterdam, Stedelijk Musuem
Milan, Galleria Galatea

1961Nottingham, Nottingham University

1960London, Marlborough Fine Art

1959London, Hanover Gallery
Chicago, Richard L.Feigen Gallery

1958Trin, Galleria Galatea. This exhibition later travelled to: Milan, Galle

1957Paris, Galerie Rive Droite
London, Beaux-Arts Gallery

1955London, ICA

1954London, Hanover Gallery

1953New York, Durlacher Brothers
London, Beaux-Arts Gallery

1952London, Hanover Gallery

1951London, Hanover Gallery

1934London, Transition Gallery

1928 – 1929London, Artist’s Studio

 
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