Giuseppe Spagnulo

 

Giuseppe Spagnulo (1936-2016) war einer der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart. Mit gezielten Eingriffen gelang es Spagnulo rotglühend erhitzten Stahl durch Biegungen und Knicke aus seiner scheinbar unnahbaren Form zu lösen. Ebenso spannend sind die Bildhauerzeichnungen, großflächige Arbeiten auf Papier unter der Verwendung von Asche vom Vulkan Stromboli.
Seit seiner Teilnahme 1977 an der documenta 6 in Kassel gab es international kaum eine thematische Ausstellung zum Thema “Skulptur” ohne Spagnulo. In deutschen Museen wurde er vielfach ausgestellt, u.a. 1981 in der Nationalgalerie Berlin, 1982 im Lenbachhaus München, 1985 Wilhelm-Lembruck-Museum, Duisburg und 1992 im Museum am Ostwall in Dortmund. Eine umfassende Werkübersicht bietet der Ausstellungskatalog Palazzo Reale, Milano, 1997.
Quelle: Galerie Walter Storms

 
BIOGRAFIE

Lebte und arbeitete in Mailand

1936geboren in Grottaglie, Italien

1952Studium an der Kunstschule von Grottaglie

1952 - 1958Studium am Instituto d ‘arte per la ceramica in Faenza

1959Accademia di Brera in Mailand.
Assistent in Bildhauerateliers (Fontana, Pomodoro)
Bekanntschaft mit Tancredi und Manzoni

1960ab nun Arbeit mit Holz, Stein und Terrakotta

1963Bekanntschaft mit Carlo Grossetti, Leiter der Galerie Salone Annunciata
Mitglied in einer Gruppe junger Künstler

1965Eisen wird zum dominierenden Werkstoff
Aktive Teilnahme an der Protestbewegung von Universitäten und Fabriken.
Ausstellung grosser Skulpturen (Konstruktionen aus Eisen) als Symbol des Protestes in den Strassen

1972Einzelausstellung Ferri spezzati (zerbrochene Eisen)

1979Zunehmende Konzipierung der Arbeit. Der Künstler greift das Thema der cartoni, der paesaggi (Landschaften) und der archeologia auf; Paesaggi als Idee der sich wandelnden und dramatischen Gegenwart und archeologia als Gedenken der tragischen Vergangenheit des Menschen. Archaische Fertigungstechniken wie Schmieden und Töpfern und zahlreiche Verweise auf Mythen und Archäologien verleihen dem Werk eine hohe Symbol- und Anziehungskraft.

1987 - 2002Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart

2016gestorben

 
AUSSTELLUNGEN

1977documenta 6, Kassel

1972Biennale von Venedig, Venedig

 
AUSZEICHNUNGEN

1980DAAD-Stipendiat in Berlin

1974Erster Preis des 5. Premio Scultura Seregno-Brianza

 
WERKE IN SAMMLUNGEN

Werke im öffentlichen Raum:
1974 Ferro spezzato – Barra. Kunstmuseum Bochum
1974 Ferro spezzato – Grande Diagonale. Ruhr-Universität Bochum
1974 Ferro spezzato – La Grande Curva. Schlosspark Haus Weitmar, Bochum
1979/80 Allegorie auf den trojanischen Krieg. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum
2000/06 Grande Ruota. Stadtpark Bochum
2005 Ferro spezzato – Blocco. Schlosspark Haus Weitmar, Bochum

 
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