Hans-Jürgen Kossack

 

Es finden sich in den dreidimensionalen „Steinskizzen“- so bezeichnet Kossack selbst diese Werke - Verbindungen zu Organischem, zu menschlichen oder tierischen Skelettteilen. Daneben lassen die Bruchstücke auch technisches Kriegsgerät assoziieren. Das Leiden von Tier und Mensch aufgrund sozialer Verwerfungen und politischer Machtansprüche schafft Wut, die in diesem kreativen Prozess Gestalt findet.
Es ist aber nicht nur Schrecken, der aufbricht, oder Trauer, die sich einstellt, wenn man den Skulpturen begegnet. Es hat auch etwas Befreiendes, weil Enttabuisierendes, wenn man sich so selbstverständlich der Realität stellt, nichts verleugnet oder verdrängt. Geradezu banal erscheint bisweilen der Bildgegenstand.
Doch schaut man genauer hin, so eröffnet sich ein Horizont, an dem das Eingebundensein der Kreatur in den Prozess des Lebens und Sterbens deutlich werden kann. Dabei wird der natürliche Umgang mit Vergänglichkeit , mit Leben und Tod demonstriert. Auch wenn uns die Welt anlacht, müssen wir uns gewiss sein, dass das Ende kommt, sei es mit Schrecken oder auch mehr oder weniger angekündigt.
Für Kossack gilt: Leben und Tod als untrennbare Komponenten eines Prozesses erfahrbar zu machen. Sein Verständnis von Ästhetik ist ein umfassendes: Nicht das vordergründig Schöne, auch nicht die Lust am Morbiden, sondern das hinter der Fassade Befindliche, das Eigentliche, das Existentielle machen die Besonderheit seiner Skulpturen aus.
Quelle: Jürgen Knubben / Forum Kunst Rottweil

 
BIOGRAFIE

1965geboren in Mühlheim an der Donau

1982 - 1984Ausbildung zum Schreiner

1987 - 1988Militärdienst

1988 - 1990Ausbildung zum Steinbildhauer bei Willi Bucher

1994 Pentiment HAW Hamburg bei Prof. Norbert Schwontkowski

1996 - 1997Gaststudium an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Michael Sandle

2001Stadtkünstler Spaichingen

2005 Atelieraufenthalt im alten Schlachthof Sigmaringen

2006Gast der Stiftung Bartels Fondation Basel
Mitglied im Künstlerbund Baden-Wüttemberg
Lebt und arbeitet in Fridingen und Mühlheim an der Donau

 
AUSSTELLUNGEN

2017„RE-VISION 817“, Kunstverein Villingen-Schwenningen, Franziskanermuseum Villingen
„NEBUKADNEZAR – Künstler machen Flaschen für Rottweil“, Forum Kunst Rottweil

2016„ANGRY PLANET“, Forum Kunst Rottweil
„Zwischen den Fronten – Krieg zu Kunst“, Freilichtmuseum Neuhausen o.E.

2015„ALLE“, 60 Jahre Künstlerbund Baden Württemberg, Städtische Galerie Karlsruhe
„Energie“, Kunstprojekt mit zeitgenössischen Künstlern, Landratsamt Tuttlingen

2014Städtische Galerie „Alte Schule“, Sigmaringen, mit Willi Bucher
„Die zerpflügte Erde“, Museum Aldingen
Dialog-Trialog 2, Künstlerbund Baden-Württemberg, Museum Biedermann Donaueschingen
„Ach Tannenbaum“, Forum Kunst Rottweil

2013„Sterben und Tod“, Kreisgalerie Schloss Meßkirch
„INSPEKTION“, 60 Jahre Kunstverein Villingen-Schwenningen
„BildundHauer“, Kunst Vorarlberg, Villa Claudia Feldkirch
Dialog-Trialog 1, Künstlerbund Baden-Württemberg, Museum Biedermann Donaueschingen

2012„Relief“, Museum Vorderes Schloss Mühlheim
„SteinZeit-Skulptur und Zeichnung“, Kreissparkasse Rottweil

20115. Donaueschinger Regionale für Neue Kunst
„1150“, Fridingen zeigt aktuelle Kunst, Donaufesthalle Fridingen
Forum Kunst Rottweil zu Gast im EWERK Freiburg

2010„Larven und Objekte“, Galerie Wohlhüter Thalheim, mit Willi Bucher
57. Jahresausstellung, Kunstverein Villingen-Schwenningen

2009„Malerei und Skulptur“, Galerie im alten Rathaus Denzlingen, mit Anina Gröger
„Das letzte Hemd“, Forum Kunst Rottweil
56. Jahresausstellung, Kunstverein Villingen-Schwenningen

2008Schwedengrab, Denkmal für gefallene Soldaten des 30 Jährigen Krieges, Mühlheim/Donau
55. Jahresausstellung, Kunstverein Villingen-Schwenningen

20073 Bildhauer, Forum Kunst Rottweil zu Gast in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin

2006„Beuron-Beirut-Basel“, Kleiner Markgräflerhof Basel
„Im kleinen Format“, Plastische Arbeiten, Kreisgalerie Schloss Meßkirch
„Spielfelder“, TIPP-KICK Projekt zur WM, BKK Villingen-Schwenningen

2005„Flagge zeigen“, Alter Schlachthof Sigmaringen
BBK Südbaden, Hallen für Neue Kunst, Freiburg
„10×10×10“, Galerie Artefakt Nendingen

2004„Skulptur und Relief“, Städtische Galerie Tuttlingen

20031. Donaueschinger Regionale für Neue Kunst

2001„Skulptur und Plastik“, Kreissparkasse Spaichingen

2000„Alternativen“, Kunstverein Villingen-Schwenningen

1999„Konflikt“, Galerie Wohlhüter Thalheim
„Hüte für Rottweil“, Forum Kunst Rottweil
„20×20×5“, Galerie Artefakt Nendingen

1998„Relikte“, Museum Vorderes Schloss Mühlheim, mit Willi Bucher
Kunstkreis Tuttlingen zu Gast im Musee Municipal de Draguignan
„Junge Kunst“, Städtische Galerie Tuttlingen

1997„Im Quadrat“, Städtische Galerie Tuttlingen
„Schilder für Rottweil“, Forum Kunst Rottweil
„Plan B“, Klasse Sandle, Galerie Suzanne Fisher, Baden-Baden

1993Stadthalle Blumberg, IBC

 
AUSZEICHNUNGEN

19942. Kunstpreis Wildenstein, Thalheim

 
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