Jankiel Adler

 

Jankel Adler (1895–1949, eigentlich Jankiel Adler) war ein polnisch-stämmiger Maler jüdischen Glaubens, der zwischen 1914 und 1933 in Deutschland und danach in Paris lebte. Marc Chagall und Paul Klee, Pablo Picasso und Otto Dix, Amedeo Modigliani und Francis Bacon, sie alle waren mit Jankel Adler bekannt oder sogar befreundet. Jankel Adler, geboren 1895 in Tuszyn bei Lodz, gilt als wichtiger Repräsentant und Impulsgeber der Moderne.
Er stand im Mittelpunkt der künstlerischen Avantgarde der 1920er Jahre und war eine ihrer treibenden Kräfte. Im „Jungen Rheinland“ ebenso wie bei den „Kölner Progressiven“, im Umfeld der Zeitschriften „Sturm“ und „Aktion“ auch politisch aktiv, war Adler ein experimentierfreudiger, innovativer und international vernetzter Künstler auf dem Weg zum Ruhm.
Quelle: Art in words

 
BIOGRAFIE

1895Am 26. Juli 1895 wurde Jankel Adler (egentlich Jankiel Adler) als siebtes von zehn Kindern in Tuszyn, Polen geboren. Seine Eltern waren chassidische Juden.

1912–1914Adler begann eine Lehre als Graveur bei seinem Onkel in Belgrad. Bereiste den Balkan.

1914Umzug nach Deutschland, wo er anfangs bei seiner Schwester in Barmen wohnte. Studium an der Kunstgewerbeschule bei Gustav Wiethüchter (Malerei).

1918–1920Jankel Adler ging zurück nach Łódz, wo er die Avantgarde-Künstlergruppe Jung Jiddisch mitbegründete. Seine erste Ausstellung hatte er beim Stowarzysenie Artystów i Zwolenników Sztuk Pieknych.

1920Kurzer Aufenthalt in Berlin.

1920Frühe 1920er Jahre - Adler beteiligte sich an Aktivitäten der Düsseldorfer, Kölner und zeitweilig auch der Berliner Avantgarde-Gruppen: Novembergruppe, Das Junge Rheinland und Union fortschrittlicher internationaler Künstler. Er war Mitbegründer der Gruppe progressiver Künstler in Köln.

1921Rückkehr nach Bamen, wo er Mitglied der Künstlergruppe Die Wupper wurde.

1922Jankel Adler wohnte in Düsseldorf, wo er gemeinsam mit Paul Klee an der Kunstakademie unterrichtete.

1928Für das Gemälde „Katzen“ erhielt er die Goldene Medaille der Ausstellung „Deutsche Kunst Düsseldorf“.

1929Studienreise nach Mallorca und dem spanischen Festland.

1930Erneute Studienreise nach Mallorca.

1931–1933Jankel Adler erhielt ein Atelier in der Düsseldorfer Akademie.

1933Während des Wahlkampfs zur Reichstagswahl im März 1933 veröffentlichte Adler gemeinsam mit linksstehenden Künstlern und Intellektuellen einen „dringenden Apell“ gegen die Politik der Nationalsozialisten und für den Kommunismus. Allerdings folgte Jankel Adler nicht der leninistischen Parteidisziplin. Auf Anraten von Freunden verließ Adler Deutschland. Zwei seiner Bilder wurden in der ersten Femeaustellung der Nationalsozialisten in der Mannheimer Kunsthalle als „entartet“ gezeigt: „Kulturbolschewistische Bilder“.

1933–1939Jankel Adler lebte in Paris. Er begriff sein Exil als einen bewussten Kampf gegen das faschistische Regime in Deutschland. Reise in diesen Jahren nach Polen, Italien, Jugoslawien, in die Tschechoslowakei, nach Rumänien und in die Sowjetunion.

1937In der Aktion „Entartete Kunst“ wurden 25 seiner Kunstwerke aus öffentlichen Sammlungen – darunter der Nationalgalerie Berlin und das Museum Folkwang in Essen – beschlagnahmt und entfernt. Vier Werke wurden in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt. Auch in der Schau „Der ewige Jude“ waren zwei seiner Bilder im Deutschen Museum in München zu sehen.

1939–1941Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zu den polnischen Streitkräften in Frankreich. Auf dem Rückzug vor den deutschen Truppen landete er in Schottland.

1943Aus gesundheitlichen Gründen musste Jankel Adler entlassen werden. Anfangs lebte er im schottischen Kirkcudbright, übersiedelte aber noch im gleichen Jahr nach London.

1945Nach Kriegsende erfuhr Jankel Adler, dass keines seiner Geschwister den Holocaust überlebt hatte.

 
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