Johannes Grützke

 

Als Maler, Zeichner und Druckgraphiker schafft Grützke seit den sechziger Jahren ein Werk, das durch seine Konsequenz ebenso beeindruckt wie durch die Wahl seiner Motive und die souveräne Handhabung der Techniken. In seiner am Gegenständlichen orientierten Kunst geht es ihm darum, eine Idee malerisch so umzusetzen, als sei sie der Wirklichkeit entsprungen. Für Grützke wird damit das Erdachte möglich gemacht. Grützke: "Meine Bilder sind Ausdruck meiner persönlichen Erfahrungen, ..., und ich dokumentiere in meinen Bildern, stellvertretend für Viele, allgemeine Erfahrungen. ... Mit Hilfe eines Ausschnittes aus der Realität male ich die gesamte Realität. Die mich umgebende kleine Realität, ..., ist stellvertretend für die gesamte große Realität. Demzufolge ist meine Person stellvertretend für alle Personen."
Quelle: Ketterer Kunst

 
BIOGRAFIE

1937geboren in Berlin

1957 - 1964Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei Hans Orlowski, Meisterschüler bei Peter Janssen

1962Teilnahme an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg bei Oskar Kokoschka

1965Gründung des Violin-Ensembles „Die Erlebnisgeiger”, welches bis heute existiert und konzertiert

1966Zeichnungen für die Berliner Satire-Zeitschriften „Das Letzte“ und „Sodom und Gomorrha“

1968Aufnahmen zum Fernsehfilm „Die Erlebnisgeiger“ von Heinz Diekmann

1973am 24. Januar: Gründung der „Schule der neuen Prächtigkeit“ – einer ideologischen Künstlergemeinschaft mit Priesterin – in Berlin mit den Malern Manfred Bluth, Matthias Koeppel und Karl-Heinz Ziegler

1976 - 1977Gastdozent für freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg

1979 - 1997Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Zadek an verschiedenen Bühnen in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Wien und Paris. Weitere Entwürfe für Bühnenausstattungen, Kostüme und Plakate auch für andere Regisseure

1979Uraufführung von „Die Schaukel”, Revue von Johannes Grützke und Barbara Naujok im „Metropol” am Nollendorfplatz, Berlin. Erster Preis für ein Altarbild der Schlosskapelle in Gifhorn mit „Der ungläubige Thomas” – Fertigstellung 1983

1980Auftrag zu einem Tafelbild für die St.-Martin-Kirchengemeinde, Märkisches Viertel, Berlin. Erster Preis beim Wettbewerb zur Bemalung einer Hauswand am Checkpoint Charlie, Berlin. Uraufführung der Oper „Im Fundbüro“ von Johannes Grützke und Tilmann Lehnert im Café Einstein, Berlin.

1987Dozent an der Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg. Gewinner des Wettbewerbs um die bildnerische Ausgestaltung der Paulskirche der Stadt Frankfurt am Main

1989Ausführung des Frieses „Der Zug der Volksvertreter“ für die Paulskirche im Künstlerhaus Bethanien, Berlin-Kreuzberg 1991 am 16. April Übergabe des Frieses in der Frankfurter Paulskirche

1992 - 2002Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Kunstpreis der Stadt Wolfsburg

1993Vorstandsmitglied der Daniel-Chodowiecki-Stiftung, Berlin.
Gründungs- und Vorstandsmitglied der Schadow Gesellschaft e.V., Berlin

1995Gründung des Goethe Verlages Berlin mit Tilmann Lehnert. Am 16. September Aufführung des Stücks „Im Hause der Gerechtigkeit“ für Jutta Limbach

1996Medaillons (Emaille auf Metall) für einen der drei Lichthöfe im „Specks Hof”, Leipzig

1996 - 1998Arbeit am dreiteiligen Majolika-Relief „Morgen brechen wir auf” für die Fassade des Bürgersaales in Konstanz zur Erinnerung an Friedrich Hecker und die Badische Revolution 1848/49

1998Gründung der Literaturzeitschrift „Der Prager” mit Christoph Haupt in Nürnberg

2003Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Kunstpreis der Stadt Darmstadt

2011Retrospektive im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg Übergabe des schriftlichen Vorlasses

2012Auszeichnung mit dem Hannah Höch Preis für sein Lebenswerk

2017Johannes Grützke stirbt nach schwerer Krankheit

 
AUSSTELLUNGEN

2017Kunst ist nicht modern, sondern immer! Kunstsammlung Chemnitz, Chemnitz
Gorssel, Museum MORE, Der Pinsel hat gesprochen

2016Potsdam, Villa Schöningen, Johannes Grützke

2015Frankfurt am Main, Galerie Schwind, Bilder (Katalog)

2012Marburg, Kunstverein, Retrospektive
Frankfurt am Main, Galerie Schwind
Berlin, Stadtmuseum

2011Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum

2007Leipzig, Galerie Schwind, Zu Gast bei Tübke (Katalog)
Oldenburg, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Schleswig, Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloß Gottorf
Berlin, Georg-Kolbe-Museum

2006Apolda, Retrospektive im Kunsthaus Apolda Avantgarde

2005Potsdam, Galerie Giesler, Villa Kellermann

2004Hamburg, Freie Akademie
Mainz, Galerie der Stadt

2003Aalen-Fachsenfeld, Schloss Fachsenfeld

2001Duisburg, Cubus-Kunsthalle
Hamburg, Galerie Brockstedt

2000Essen, Museum Folkwang

1999Marburg, Kunstverein Marburg
Leverkusen, Städtisches Museum Schloß Morsbroich

1998Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Museum beim Markt
Frankfurt am Main, Büchergilde Gutenberg

1997Aachen, Ludwig Forum für Internationale Kunst
Wilhelmshaven, Kunsthalle Wilhelmshaven
Nürnberg, Galerie Bernsteinzimmer
Berlin, Schadow-Haus

1995Hannover, Wilhelm-Busch Museum
Weimar, Galerie Markt 21

1993Coburg, Kunstverein Coburg (mit Werner Tübke)

1992Wolfsburg, Städtische Galerie und Kunstverein Wolfsburg

1990Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe
Kiel, Kunsthalle Kiel und Schleswig-Holsteinischer Kunstverein
Leipzig, Ausstellungszentrum im Kroch-Haus

1987Salzburg, Salzburger Landes-Hypothekenbank

1986Chicago, Asperger & Bischoff Gallery
Wien, Galerie Hilger
Schloß Celle, Heitland Foundation

1984München, Galerie Gunzenhauser
Berlin, Nationalgalerie
Düsseldorf, Große Kunstausstellung in NRW

1982Neustadt, Kunstverein
Berlin, Weinstraßen Ladengalerie

1981Paris, Galerie Etienne de Causans

1979Darmstadt, Kunstverein

1978Wolfsburg, Städtische Galerie, Retrospektive der Druckgraphik

1977Braunschweig, Kunstverein, Zweite Retrospektive

1976Basel, Galerie von Bartha
Wien, Galerie Heike Curtze

1975Freiburg, Galerie Holecek, Retrospektive der Druckgraphik

1974Berlin/Freiburg/Nürnberg/Mannheim, Erste Retrospektive

1973Hannover, Galerie Brusberg

1972Nürnberg, Oper

1969München, Neue Münchner Galerie
Genua, Galleria La Bertesca

 
AUSZEICHNUNGEN

2012Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin

2002Wilhelm-Loth-Preis, Darmstadt
Großes Bundesverdienstkreuz

1992Kunstpreis Junge Stadt sieht junge Kunst der Stadt Wolfsburg
Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis)

1987Gewinner des Ideenwettbewerbs der Stadt Frankfurt am Main für ein 33 × 3 m großes Wandbild für die Paulskirche

1986Kunstpreis der Heitland Foundation, Celle

1984Kunstpreis der Künstler, Düsseldorf. Erster Preis im Wettbewerb „Künstlerische Gestaltung des Magdeburger Platzes“ der Internationalen Bauausstellung (IBA) Berlin, gemeinsam mit dem Architekten H. Nielebock

19791. Preis im Wettbewerb um ein Altarbild für die Schlosskapelle Gifhorn

 
 

Werke in öffentlicher Sammlungen: Deutsches Historisches Museum, Berlin Museum Gunzenhauser, Chemnitz Sprengel Museum, Hannover Creator Vesevo Museo, Ercolano (Ercolano National Museum of Western Art)

 
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