Otto Beckmann

 

Otto Beckmann verdankt seine Bedeutung aus heutiger Sicht vor allem seiner Rolle als Pionier der Computer- kunst. Nach seinem Studium der Bildhauerei Ende der 1930er Jahre an der Wiener Akademie entwickelte er erste Gedanken zur künstlerischen Formgebung auf der Basis mathematischer Methoden wie Algorithmen. 1966 gründete er eine Arbeitsgruppe für Computerkunst, „ars intermedia“. Zudem war er mit der internationalen Szene der Computerkunst dicht vernetzt (u. a. mit dem Kreis der „Nove Tendencije“ in Zagreb).
Ab 1970 arbeitete Beckmann auf einem eigens für ihn konzipierten „Ateliercomputer“, wobei er die Ergebnisse mit Fotografie, Film, Laser und akustischen Signalen kombinierte. So entstanden visionäre Architektursze- narien, Lasergrafiken, Computerfilme und -plastiken. Beckmann beschäftigte sich jedoch auch fortwährend mit Phänomenen jenseits des logisch Erfahrbaren, denn eine Kunst, die sich allein in technischen Verfahren und Methoden verliert, hat Otto Beckmann nicht interes- siert. Werke der 1950/60erJahre verweisen auf religiöse Geheimlehren, ab 1970 entstehen fetischartige Plastiken aus Fundgegenständen in der Tradition des surrealis- tischen „Objet trouvé“. So bewegt sich Beckmann stets zwischen Magie und Kalkül, Mathematik und Mystik.
Quelle: Archiv Otto Beckmann / Peter Peer

 
BIOGRAFIE

1908geboren in Wladiwostok, Russland

1922Flucht nach Österreich mit der Familie, wo Otto Beckmann im Geburtsort seiner Mutter, im damals niederösterreichischen Ort Erlaa, Heimatrecht erhält
HTL Mödling und später die Wiener Kunstakademie

1941Lehrer an der Kunstgewerbeschule, Krakau

1945freischaffender Künstler in Wien
Beitritt Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs

1951Mitglied der Wiener Secession

1969Teilnahme am internationalen Computerkunst-Symposium in Zagreb

1997gestorben in Wien

 
AUSZEICHNUNGEN

1958der Titel Professor wurde ihm vom Österreichischen Bundespräsidenten verliehen

 
WERKE IN SAMMLUNGEN

Albertina in Wien
Bundesministerium für Unterricht, im Niederösterreichischen Landesmuseum
MUSA Wien
Neuen Galerie Graz
Kunsthalle Bremen
ZKM Karlsruhe
mehrere Privatsammlungen

 
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