Willi Sitte

 

Sitte malte und zeichnete gerne kraftvolle Körper, meistens nackt, weil Kleidung mit Zeit identifiziert wird, und Sitte das Typische und Grundsätzliche im menschlichen Leben darstellen wollte. Er löste den Strich auf, setzte differenziert Farbflecken an seine Stelle und zeigte auf diese Weise genau die Facetten eines Körpers. „Ich bin ein dramatischer Typ“, hat er mal seine prallen Liebesakte erläutert, die manchmal an einen Ringkampf erinnern. Daneben teilte er seine Bilder in Flächen auf, zeigte in einem Teil das Hauptthema, auf nebengeordneten Flächen Teilaspekte, einen Betrachter der Szene etwa, oft sich selber.
Großartig sind seine Wasserbilder, in denen er das Durchsichtige wie mit leichter Hand sichtbar macht. Dazu gehört etwa der kraftvolle Schwimmer, ein Motiv, das anlässlich der Moskauer Olympiade 1980 eine Briefmarke zierte.
Quelle: Auszug aus Text von Heinrich Peuckmann / Revier Passagen 05.02.2018

 
BIOGRAFIE

1921geboren in Kratzau/ Chrastava (heute Tschechische Republik)

1936 – 1939Kunstschule des nordböhmischen Gewerbemuseums in Reichenberg/ Liverec (heute Tschechische Republik)

1939 – 1940Studium an der Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg/ Eifel

1941 – 1944Kriegsdienst (Sowjetunion und Italien)

1944Aufnahme von Kontakten zur italienischen Widerstandsbewegung

1946Künstlerische Arbeit in Vicenza und Venedig | kurzzeitige Rückkehr nach Kratzau/ Chrastava

1947Heirat mit Irmgard Kindler | Übersiedlung nach Halle an der Saale

1949Geburt des Sohnes Volkmar

1950Aufnahme in den Verband Bildender Künstler Deutschlands
Aufnahme in den Kulturbund

1951Lehrauftrag am Institut für künstlerische Werkgestaltung Burg Giebichenstein in Halle

1959Ernennung zum Professor an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein

1963Scheidung der Ehe mit Irmgard Kindler

1964Wahl in den Zentralvorstand des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands

1965Heirat mit Ingrid Dreßler

1966Geburt der Tochter Sarah

1969Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin

1970Wahl zum Vizepräsidenten des Verbandes Bildender Künstler der DDR

1972Berufung zum Direktor der Sektion Bildende und Angewandte Kunst an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein

1974Wahl zum Präsidenten des Verbandes Bildender Künstler der DDR

1976Wahl zum Abgeordneten der Volkskammer der DDR

1977Beteiligung an der „documenta 6“ in Kassel

1985Wahl zum Mitglied des Weltfriedensrates und in das Präsidium des Friedensrates der DDR

1986Beendigung der Hochschultätigkeit (Emeritierung)
Wahl zum Mitglied des Zentralkomitees der SED

1988Beendigung der Präsidentschaft des Verbandes Bildender Künstler der DDR
Wahl zum Ehrenpräsidenten des Verbandes Bildender Künstler der DDR

1989Rückgabe der Ehrenpräsidentschaft

1991Beendigung der Mitgliedschaft in der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin

2001Wahl zum Korrespondierenden Mitglied der European Academy of Sciences, Art and Humanities in Paris

2003Gründung der Willi-Sitte-Stiftung für realistische Kunst mit Sitz in Merseburg

2006Eröffnung der Willi-Sitte-Galerie Merseburg aus Anlass des 85. Geburtstages

2011Zu Ehren des 90. Geburtstags Willi Sittes zeigt das Museum für aktuelle Kunst in Durbach eine umfassende Ausstellung zum malerischen Frühwerk

2013Willi Sitte stirbt in Halle

 
AUSZEICHNUNGEN

2009Menschenrechtspreis der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) zusammen mit Heidrun Hegewald und Walter Womacka

2008Verleihung des Kunstpreises der Stadt Halle
Ehrenbürgerschaft der Stadt Montecchio Maggiore (Italien)

2007Bürgerpreis „Der Esel der auf Rosen geht“ der Stadt Halle (Saale)

1979Nationalpreis der DDR I. Klasse für Kunst und Literatur

1972Goldmedaille auf der 3. Internationalen Grafikbiennale in Florenz

1969Nationalpreis der DDR II. Klasse für Kunst und Literatur

1968Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste

1966Verleihung des Burdapreises

1964Kunstpreis der DDR

1954Kunstpreis der Stadt Halle

1953Kunstpreis der Stadt Halle

 
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